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Ihre Simone Gerwers Expertin für Führung im Change

Ist das so? Mut Arbeit neu zu denken.

28. Oktober 2017 - Aktuelles, Allgemein, Change, DIE Ist das so - Kolumne, Erfolg, Führung/ Leadership, Journal, Mut, New Work - , , , , , , , ,

Arbeit anders, neu gedacht

Arbeit prägt unser Leben und dennoch: Wenn wir ganz in ihr aufgehen, verlieren wir sehr viel. Wir landen in einer eingeschränkten Sicht, die uns letztlich hemmt, die unsere Kreativität beschränkt. Wir verlieren die große Sicht auf das ganze, das vielfältige Leben. Vorsicht Verwechslungsgefahr! Arbeit ist nämlich ein bedeutender Teil unseres Lebens und nicht das Leben selbst. Außerdem ist der Charakter der Arbeit stark gesellschaftlich geprägt. Wieviel Einfluss können und wollen wir als einzelnes Individuum nehmen? Egal ob als Freiberufler, als abhängig Beschäftigter die Art unserer Arbeit beeinflusst unseren Erfolg, unsere Lebenszufriedenheit. Damit ist die Interpretation von Erfolg untrennbar mit dem Thema Arbeit verknüpft. Wenn wir Erfolg an unsere Arbeit koppeln, dann sollten wir uns in jedem Fall Gedanken machen, was Erfolg für uns heißt, Teil der Gestaltung sein und die Freiheit haben und nutzen können zu entscheiden, wie wir arbeiten wollen.(aber dazu in einem folgenden Blogartikel) Der Charakter der Arbeit wandelt sich im Laufe der Menscheitsgeschichte, der Menschheitsentwicklung.

Es lohnt sich Arbeit neu und weiter zu denken und dies nicht nur über Wandel und Digitalisierung. Es gibt diverse Bewegungen, die sich dem Thema der Zukunft der Arbeit, mit interessanten Thesen und Praktiken, stellen. Die Frage in der Essenz lautet: Wie wollen wir zukünftig arbeiten?!

Die Zukunft der Arbeit.

Das Thema heute zu beleuchten, heißt sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, aber auch mit den  Themen des gesellschaftlichen Wandels. Bemerkenswert ist, dass philosophische Betrachtungen sehr interessante Aspekte aufwerfen, modernere Betrachtungen sich dagegen meist sehr eng beschränken. Sie beschränken sich, in dem sie vom Optimierungs- und Gewinnstreben ausgehen. Eine Gesellschaft, die sich aus dieser Betrachtung heraus als  „Leistungsgesellschaft“ bezeichnet, wird Arbeit und auch Erfolg immer einseitig aus den bestehenden ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnissen betrachten. Die meisten der jungen und modernen Bewegungen machen aus meiner Sicht genau diesen Fehler. Sie versuchen einen neuen Ansatz für Arbeit zu finden, aber die gesellschaftliche und ökonomische Basis betrachten sie als gesetzt. Sie blicken damit zu eng, zu beschränkt auf das Thema. Es gibt wertvolle Gedanken und Diskussionen zu Agilität, zur Rolle von Management und Macht und zur Fehlerkultur. Doch praktisch begegnet mir „Neues arbeiten“ in Unternehmen oft als Trendthema. Ja, wir sind jetzt auch agil …. Neu denken, heißt für mich Arbeit noch viel umfassender zu betrachten. Vielleicht braucht es Mut Arbeit und Erfolg breiter, weiter, größer und neu zu denken?!

Arbeit ist mehr als Broterwerb und ökonomischer Erfolg

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Wenn wir nach vorn blicken wollen lohnt es sich einen Blick zurück zu werfen, auf die Vordenker von Gesellschaft, Ökonomie und damit Arbeit. Frithjof Bergmann, der Begründer von New Work, hat zum Beispiel die zentralen Werte „Neuer Arbeit“ mit Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft beschrieben. Nach Bergmann ist New Work: 1/3 Erwerbsarbeit, 1/3 Selbstversorgung und 1/3 Arbeit, die man wirklich, wirklich will. Wenn wir am Beispiel von New Work in diese Richtung weiter denken wollen, kommen wir nicht am Unternehmenswandel und am Wandel der Gesellschaft vorbei. Denken wir also neu, alles andere ist aus meiner Sicht Stückwerk, es ist einfach nur Kosmetik.

Warum sich „nur“ der Digitalisierung zu stellen zu wenig ist

Als Wirtschafts- und Arbeitswissenschaftlerin habe ich mich erstmals während meines Studiums, Anfang der 80er Jahre, mit dem Thema des wissenschaftlich Fortschritts – heute würde man sagen der Digitalisierung und den Auswirkungen auf Arbeit und damit unser zukünftiges Leben beschäftigt. Mir ist aufgefallen, dass theoretische Ansätze zur Arbeit nicht wirklich im großen Maßstab breit gesellschaftlich diskutiert werden. Veränderungen werden nämlich stets im Kontext der vorherrschenden Unternehmenskultur stattfinden und wir wissen, dass Kulturwandel langsam passiert, Widerstände erntet und dass es nicht möglich ist ihn zu beschleunigen. Viel mehr glaube ich, dass wir die notwendigen Veränderungen in den Unternehmen in einem gesamtgesellschaftlichen Bezug denken müssen, um diesen Wandel umfassend begreifen und gestalten zu können.

a) Welchen Kulturwandel brauchen Unternehmen um zukunftsfähig zu sein?

b) Welcher gesellschaftlicher und ökonomischer Kulturwandel ist in unserer Gesellschaft erforderlich, um den neuen Anforderungen der Zukunft Rechnung zu tragen? Dazu stellt sich zunächst die  eine entscheidende Frage:

Was ist Arbeit überhaupt?

Was ist Arbeit?

Arbeit ist zunächst ein grundlegendes Lebensbedürfnis. In der BWL ist sie „Produktionsfaktor“ und in der Philosophie umschreibt man Arbeit mit „bewusstem schöpferischen Handeln des Menschen.“ Die Soziologie beziffert sie als „bezahlte Erwerbstätigkeit und unbezahlte Reproduktion“.

Während die alten Griechen arbeiten noch als Sklave der Notwendigkeit definieren, geht Karl Marx weiter. „Die Arbeit ist zunächst ein Prozess zwischen Mensch und Natur, ein Prozess, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigene Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als eine Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eigenes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigene Natur..“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 192) Damit beschreibt Marx zunächst das Grundsätzliche an der Arbeit.

Der Mensch arbeitet nach Marx eben nicht nur der Arbeit selbst wegen. Er arbeitet ebenso für seine Selbstverwirklichung. Dieser Aspekt fehlt oft in der Betrachtung, wenn es um politischen Debatten zur Arbeit geht, oder auch in Tarifverhandlungen. Andererseits birgt die übermäßige und einseitige „Sinnbetonung“ der Arbeit und ihre Trennung vom Leben -aus heutiger Sicht- die Gefahr der zusätzlichen Selbstausbeutung.

Karl Marx und sein Begriff der Arbeit als Schlüssel zum Verständnis kultureller Entwicklung und des Menschen

„Für Marx sind vor allem die materiellen Bedingungen des Lebens, vor allem aber die Arbeits- und Produktionsbedingungen, nicht nur die Grundlage sämtlicher Kulturentwicklung, sondern auch der Schlüssel zum Verständnis des Menschen.

Marx ist der erste Philosoph, der die materielle Arbeit in den Mittelpunkt seiner Philosophie stellt. Für ihn liegt in der schöpferischen Arbeit der Keim zur Selbstverwirklichung des Menschen, also zur selbstbestimmten individuellen Ausschöpfung aller in ihm steckenden Möglichkeiten. Die Lohnarbeit jedoch der kapitalistischen Wirtschaft ist für Marx dagegen die „entfremdete“ Form der Arbeit.“ Quelle Paideia Blog

Arbeit ist ganz klar mehr als Broterwerb. Arbeit bringt Nutzen, sie kann Sinn stiften und bildet in diesem Verständnis die Quelle kultureller Entwicklung. Kulturelle Entwicklung würde ich dabei auf das Unternehmen, die Organisation bezogen sehen und natürlich letztlich auf die Gesellschaft. Das Thema gesellschaftlich zu beleuchten, versuchen viele zu umschiffen. Vielleicht weil sie nicht den Mut haben, außerhalb der vorherrschenden ökonomischen Strukturen zu denken.Gesellschaftliche und ökonomische Verhältnisse in Frage zu stellen, heißt ja nicht an kommunistische oder sozialistische Verhältnisse anzuknüpfen. Übrigens gab es diese nie im Verständnis von Marx und Engels. Der Sozialismus in den Ostblockstaaten, wie der DDR war eher ein Missbrauch an der Theorie, in Form einer Diktatur. Menschliche Reife für dieses Bewusstseinsform gab es gesamtgesellschaftlich nicht. Heute geht es um die Erkenntnis, dass wir eine Weiterentwicklung der bestehenden Produktionsverhältnisse brauchen, einen gesellschaftlichen Kulturwandel, der den Menschen eine gleichberechtigte Chance gibt, über Arbeit ein selbstbestimmtes, freies Leben zu führen. Das Digitalisierung viele Arbeitsplätze überflüssig machen wird ist ein Fakt. Wie schaffen wir es Bildung und Motivation in Richtung Gestaltungskraft der Menschen zu lenken? Vielleicht ist das Grundeinkommen dazu eine Idee, die ein menschenwürdige  Basis schafft. Die Zeit ist reif, wir kommen nicht daran vorbei Erfolg und Arbeit im Rahmen des Konstruktes der Gesellschaft ganz neu zu denken.   

Erfolg neu denken, heißt Arbeit neu denken und umgekehrt

Erfolg neu denken, heißt Arbeit neu denken und umgekehrt Klick um zu Tweeten

Wie siehst Du Arbeit und Erfolg 4.0? New Work und die diversen Denkrichtungen sind vielleicht ein Ansatz, doch sicher längst nicht ALLES. Das Thema darf als Zukunftsthema nicht zum Mode- oder Trendthema zwischen Konstrukten wie „Work-Life-Balance“ und „Industrie 4.0“ oder „Digitalisierung“ verkommen, sondern gehört zur gesellschaftlichen Verantwortung eines Kulturwandels, getragen von Führungskräften, Organisationen und Politik.

Das ist Dir zu theoretisch und zu groß gedacht? Dann frage Dich doch ganz konkret:

Wie willst Du zukünftig arbeiten? Diese Frage stelle ich übrigens auch gern Unternehmen im Rahmen meiner Beratertätigkeit und meinen Einzelkunden, bei der Begleitung von Veränderungsprozessen. Die Rolle der Arbeit ist ein zentrales Thema um unsere kulturelle Entwicklung und wir sind Teil ihrer Veränderung.

Mehr Inspiration zum Thema findest Du zum Beispiel in diesen Büchern:

  1. Das demokratische Unternehmen – Neue Arbeits- und Führungskulturen im Zeitalter der digitalen Wirtschaft (Haufe Fachbuch) Thomas Sattelberger, Isabell Welpe, Andreas Boes

Interessant finde ich den Aspekt der Warnung vor digitalem Taylorismus. Das Buch knüpft an die Humanisierung der Arbeit an und die Wandlung in der Gesellschaft und des Einzelnen, im Sinne von Teilhabe.

2. Alle Macht für niemand – Aufbruch der Unternehmensdemokraten, (Murrmann Verlag), Andreas Zeuch

Ein Buch mit exklusiv recherchierten Fallbeispielen zu Formen der Unternehmensdemokratie. A. Zeuch zeigt auf, wie effizient und erfolgreich dieses noch neue Organisationskonzept ist.

Und ich freue mich 3. auf dieses Buch ganz besonders, welches am 04.12.2017 erscheint:

Im Digitalisierungstornado, (Springer Vieweg), Gunter Dueck

Und hier noch ein Veranstaltungstipp: Wevent für die Neue Wirtschaft in Berlin, am 25.und 26.11.2017, HR trifft auf Digitalisierung

Schön, wenn Du Lust hast, mit mir zum Thema Arbeit weiter zu diskutieren!

Make that Change. Nur Mut, Deine Simone Gerwers

Schön, wenn Du mir und dem coaching4changeTalk Podcast weiter treu bleibst und uns weiter empfiehlst. Am Besten, Du meldest Dich gleich zum coaching4changeTalk – Newsletter an, damit Du auch garantiert keine Folge mehr verpasst.

Wenn Du Lust auf noch mehr Mut hast, dann besuche auch gern die Mutausbrüche und lass Dich infizieren.

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Simone Gerwers ist Sparringspartnerin für Führung & Management im Wandel und Inhaberin der coaching4change Akademie. Die Diplomwirtschaftswissenschaftlerin wirbt für mehr Mut in Wirtschaft und Gesellschaft und im Leben. Sie stiftet an Erfolg neu zu denken.
Consultant & Speaker - Blogger - Podcaster
Initiatorin der Mutausbrüche

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