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Ihre Simone Gerwers Expertin für Führung im Change

Ein Hoch auf die Neugier! Neugier macht Mut

5. November 2017 - Aktuelles, Allgemein, Change, Erfolg, Führung/ Leadership, Journal, Mut, Mutausbrüche, Scheitern - , , , , , , , , , , , , , ,

Neugier mein echter Mut – Turbo

„Man, Du bist echt mutig!“, höre ich immer wieder. „So viel Veränderung. Du nimmst Dein Leben in die Hand, beneidenswert.“ Ich frage mich dann manchmal, wenn ich das so höre: Ja? Bin ich tatsächlich so mutig?! Sicher, ich begegne dem Leben aktiv, Stillstand mag ich so gar nicht und ich lass mich auch nicht in eine Opferrolle drängen oder „zwangsverändern“, anpassen. Bin ich deswegen besonders mutig? Durch mein Mutprojekt sind mir jede Menge Menschen, mit ihren Projekten begegnet, denen ich weitaus mehr Mut zuspreche. Doch es stimmt, ich führe ein selbstbestimmtes Leben und habe keine Angst vor Veränderungen, sondern sehe voller Neugier darin eher Chancen. Change gehört zu meinem Leben und dies immer wieder als bewusste Entscheidung.

Vielleicht ist es ja die falsche Frage, die ich mir stelle 😉 ?! Nicht, bin ich mutig, sondern wann bzw. in welchem Kontext bin ich mutig, stelle ich mich der Angst? Was befördert meinen Mut? Da habe ich eine glasklare Antwort:  Ich bin neugierig. Ja, Neugier ist für mich eine starke Antriebskraft, die meinen Mut anwachsen lässt. Wenn mich etwas „infiziert“, will ich es dann genau wissen, ich will ausprobieren, machen. Neugier und Begeisterung arbeiten dann sozusagen Hand in Hand für mich und meine Ziele. Die Frage nach dem Mut stelle ich mir nämlich in solchen Momenten gar nicht. Mein Fokus liegt dann auf meiner Begeisterung, entfacht durch Neugier! Neugier ist für mich also stärker als die Angst, stärker als Bedenken und so mancher Zweifel. Sie ist mein echter Mut-Turbo. Wenn das für mich so ist, dann passt diese Abstraktion ganz sicher auch auf andere Menschen, mit ähnlicher Motivationslage. Was macht Neugier mit Dir?

Von Neugier und Mut

In meinen Umfragen und den Mut-Interviews hat sich schnell herauskristalisiert, das Mut eine Kompetenz ist, die aus vielen unterschiedlichen Eigenschaften bzw. Motiven besteht. Und es ist interessant, die Komponenten sind zwar in der Gesamtauswertung bei den meisten Menschen ähnlich, aber grundsätzlich individueller Art. Wer sich mit Motivation und Motiven beschäftigt hat, der weiss, dass wir Menschen unterschiedliche Ausprägungen von Motivationsfaktoren haben. Diese bestimmen letztlich, ob wir in Sachen einer Veränderung losgehen, starten oder auch nicht. Sie geben die Richtung unserer individuellen intrinsischen Motivation an. Insofern haben diese Faktoren erheblichen Einfluss auf unseren Mut (im speziellen Kontext). Denn Mut ist ja quasi der Startschuss, der Übergang vom Gedanken – Wunsch oder Ziel, also der Handlungsabsicht und dem Tun. Fazit: Es gibt ihn so gar nicht, den Mut im Allgemeinen und wir sind auch perse` nicht immer mutig, in… Klick um zu Tweeten Genau deshalb macht es auch wenig Sinn zu sagen: „Sei doch mal mutig!“ In Management & Führung wird immer wieder mehr Mut eingefordert. Vielleicht löst so eine Aufforderung manchmal eher Entmutigung aus. Aber warum eigentlich?

„Sei doch mal mutig!“ „Trau Dich!“ So ein Quatsch.

Da werden Führungskräfte und Manager aufgefordert, mutige Entscheidungen zu treffen, Kindern mahnt man bei allen möglichen Lernaufgaben Mut an. Ich sehe ein heulendes Mädchen auf Skiern oben auf dem Berg, daneben höre ich ihren Vater beschwörend auf sie einredend:“Sei doch mal mutig! Trau Dich!“ Wen wundert es, warum es so  nicht funktioniert?! Es ist tatsächlich Quatsch, Mut einzufordern. Nur weil wir einem Menschen beschwörend sagen: Sei mutig, wird er es nicht sein. Es wird ihm nicht seine Ängste und Zweifel nehmen und es wird keine starke innere Motivation auslösen. Bloß gut meine ich, denn auch dies ist Selbstbestimmung, egal ob förderlich oder auch nicht! Wer mag schon fremdgesteuert oder manipuliert sein. Mut braucht ein eigenes Tempo und eigene Motivation. Klick um zu TweetenMut braucht ein eigenes Tempo und eigene Motivation.

Wenn ich über „Mut einfordern“ nachdenke, fällt mir übrigens sofort eine inzwischen schon historische Rede ein, die viel Zuspruch gefunden hat. Ich fand sie übrigens schon damals weit verfehlt und grundsätzlich wirkungslos. Ich meine die als „Ruckrede“ bekannt gewordene Rede unseres damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog am 26.04.1997.

Die berühmte Ruckrede: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen.“ Und dann?

Roman Herzog hielt damals eine leidenschaftliche Rede, eine Aufforderung zur Verantwortung, zu mutiger Veränderung und er forderte: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“ Und dann? Was passierte dann? Es passierte, eher nichts?! Jedenfalls gab es den eingeforderten Ruck nicht. Die Unternehmer und Bürger waren weder mutiger, innovativer, noch verantwortungsbewusster. Hier ein paar Auszüge aus seiner Rede: … „Was sehe ich dagegen in Deutschland? Hier herrscht ganz überwiegend Mutlosigkeit, Krisenszenarien werden gepflegt. Ein Gefühl der Lähmung liegt über unserer Gesellschaft….

Unser eigentliches Problem ist also ein mentales: Es ist ja nicht so, als ob wir nicht wüßten, daß wir Wirtschaft und Gesellschaft dringend modernisieren müssen. Trotzdem geht es nur mit quälender Langsamkeit voran. Uns fehlt der Schwung zur Erneuerung, die Bereitschaft, Risiken einzugehen, eingefahrene Wege zu verlassen, Neues zu wagen. Ich behaupte: Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Während die Auswirkungen des technischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt und die Folgen der Demographie für die sozialen Netze auch andere Industrieländer, etwa Japan, heimsuchen, gibt es für den Modernisierungsstau in Deutschland keine mildernden Umstände. Er ist hausgemacht, und wir haben ihn uns selbst zuzurechnen. …Dabei leisten wir uns auch noch den Luxus, so zu tun, als hätten wir zur Erneuerung beliebig viel Zeit… Ich glaube sogar: In Zeiten existentieller Herausforderung wird nur der gewinnen, der wirklich zu führen bereit ist, dem es um Überzeugung geht und nicht um politische, wirtschaftliche oder mediale Macht – ihren Erhalt oder auch ihren Gewinn. Wir sollten die Vernunft- und Einsichtsfähigkeit der Bürger nicht unterschätzen. Wenn es um die großen Fragen geht, honorieren sie einen klaren Kurs. Unsere Eliten dürfen den notwendigen Reformen nicht hinterherlaufen, sie müssen an ihrer Spitze stehen!

Eliten müssen sich durch Leistung, Entscheidungswillen und ihre Rolle als Vorbild rechtfertigen. Ich erwarte auch eine klare Sprache! Wer – wo auch immer – führt, muß den Menschen, die ihm anvertraut sind, reinen Wein einschenken, auch wenn das unangenehm ist. Zuerst müssen wir uns darüber klar werden, in welcher Gesellschaft wir im 21. Jahrhundert leben wollen.Wir brauchen wieder eine Vision….Wir müssen jetzt an die Arbeit gehen. Ich rufe auf zu mehr Selbstverantwortung. Ich setze auf erneuerten Mut. Und ich vertraue auf unsere Gestaltungskraft. Glauben wir wieder an uns selber. Die besten Jahre liegen noch vor uns.“

Neugier kann man nicht verordnen

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde diese Rede inhaltlich großartig und auf den Punkt gebracht. Die Forderungen sind legitim und mal ehrlich, die gleichen Worte könnte eine Rede heute haben. Die Frage ist doch vielmehr, warum geht es nicht, zu Neugier oder gar Mut aufzufordern oder anzumahnen? Es ist doch genau das, was wir gegenwärtig in Zeiten des Wandels, in Zeiten der Digitalisierung in den Unternehmen und unserer Gesellschaft erleben. Wenn die Angst vor der Veränderung stärker ist als der Mut, wenn Neugier und Begeisterung fehlen, dann gehen wir Menschen nicht los. Wie kommt nun die Neugier in die Führungs- und Managementetagen? Wer vermag die Neugier zu er-wecken?

Ein Neugier – Weckruf.

Neugier ist ein richtiger Mut-Turbo und ein pures Lebenselexier Klick um zu TweetenNeugier ist ein richtiger Mut-Turbo und ein pures Lebenselexier! Sie ist eine bedeutende psychische Stärke und sie ist eine wirksame Triebkraft für Veränderungen, für Innovation! Neugier ist so etwas wie der Hunger nach Wissen und die Bereitschaft, sich auf Unvorhergesehenes einzulassen. Damit ist sie auch Quelle der Innovation und des Lernens und Fortschritts. Das Unvorhergesehene ist allerdings für viele Menschen eben auch Angstauslöser. Und Angst tötet wiederum die Neugier. Ein Teufelskreis? Mag sein. Aber schauen wir doch lieber zunächst mal auf die positiven Aspekte. Was Neugier mit uns macht ist nämlich wunderbar. Sie macht:

  • unseren Kopf frei
  • schärft den Fokus auf unsere Ziele
  • schafft uns neue Alternativen und Blickrichtungswechsel, Neues
  • entfacht und stärkt unsere Begeisterung
  • sie macht uns Mut

Neugier entfachen heißt unseren Mut stärken

Es ist kein Geheimnis, Neugier lässt sich nicht willentlich erzeugen und sie findet auch nicht in unserem Kopf statt. Deshalb ist eine Motivationsrede vielleicht ein Wachmacher, ein Impuls, aber kein Startschuss. Zum Teil ist Neugier wohl angeboren behauptet die Wissenschaft. Man kann sie aber andererseits auch erlernen und genauso wieder verlernen. Damit ist die Neugier aus meiner Sicht eher eine Haltung.

Was können wir nun tun, um unsere Neugier zu erhalten, um sie zu befördern? Kinder gehen bekanntlich noch spielerisch einfach mit ihr um, doch als Erwachsene landen wir irgendwann meist in Sicherheitskonzepten, starren Prozessen und Prozeduren, eben im Alltag. Ich glaube, wir müssen unseren Hindernissen im Kopf auf die ureigenen Schliche kommen. Stellen wir uns doch folgende einfache Fragen:

1. Wie ist das Zusammenspiel meiner Gedanken, meiner Emotionen und Empfindungen?

2. Wie reagiere ich auf Neues, auf Ungewohntes und auf neue Lernfelder?

3. Wieviel Sicherheit und Struktur brauche ich? … und warum?

4. Stehe ich Veränderungen eher mit  Lust, oder etwa zurückhaltend oder sogar argwöhnisch gegenüber?

5. Was weckt meine Neugier?

Meist liefert uns diese Reflexion schon einen klaren Blick auf den Grad der Ausprägung von Neugier und unserer Gestaltungslust. Aus der Erfahrung in Coaching & Beratung weiss ich, dass ein Funken Neugier bereits eine kleine Muthandlung auslösen kann. Aus der Begeisterung heraus wächst die Neugier an, mit ihr der Mut und das, was sich da noch als übergroß und mächtig aufgetürmt hat, wird plötzlich angegangen. Unsere Selbstwirksamkeit, das Wissen, die eigene Überzeugung, dass eine Sache gut ausgehen wird, dass wir selbst gestalten können stärken unseren Mut.

Hilf der Neugier auf die Sprünge. Tipps zum neugierig werden mal ganz pragmatisch

Immer schön neugierig bleiben und den Mutmuskel für uns arbeiten lassen, wäre meine Empfehlung. Es gibt kein besseres Mutmuskeltraining. Ich habe mein Leben inzwischen so ausgerichtet und merke, dass mich Neugier dorthin führt, wozu ich mich vielleicht früher nicht als mutig genug gefühlt hätte. Neugier braucht Selbstwirksamkeit, sie stärkt sie andererseits aber auch. Sie ist sozusagen die große Schwester des Mutes, seine Vorreiterin. Gemeinsam verhelfen sie uns, unser Leben, den Job, die Gesellschaft zu gestalten.

Neugier wecken- ein kleines Mutmuskeltraining:

Bewusst Neues ausprobieren! Das kann heißen, du bestellst im Lieblingsrestaurant absichtlich mal etwas anderes, etwas was Du noch nie gegessen hast. Du kannst alternativ auch ein neues Hobby ausprobieren und/ oder statt zum Rockkonzert mal in eine Ballettaufführung gehen.

Trainiere Deinen Körper, bewege Dich öfter im Freien, egal ob joggen, Rad fahren oder wandern. Das macht den Kopf frei und lässt Dich damit freier denken.

Lies mehr und lies andere Genre. Damit bekommst Du einen Blick auf andere Wissensgebiete und Denkstile.

Stelle wieder Dinge in Frage! Ist das wirklich so? Bestimmt kennst Du es von Kindern, die es schaffen, nach jedem Satz ein WARUM anzuschließen.

Löse Dich von unbewussten starren Prinzipien, vielleicht von einem: „das macht man nicht“, „das kann ich nicht“, „das gefällt mir nicht“, „das steht mir nicht“. Letztlich sind es nur einschränkende Glaubenssätze. Wie wäre ein Tausch mit einem „WARUM nicht“?!

Steve Jobs hat es übrigens auf den Punkt gebracht:

„Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen gefangen nehmen – davon, so zu leben, wie andere Menschen denken. Lasst den Lärm anderer Meinungen nicht eure eigene innere Stimme übertönen. Und, am wichtigsten, habt den Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen. Die wissen, was ihr wirklich wollt, alles andere ist sekundär.“ … „Bleibt hungrig. Bleibt albern.“ 

Wenn wir uns dies vor Augen halten, dann können wir das Leben, die Sicht auf Erfolg in eine andere Blickrichtung lenken. Deshalb bleibe ich dabei: Ein Hoch auf die Neugier! Ich freue mich besonders, wenn Du hier mit mir weiter diskutierst.

Make that Change. Nur Mut, Deine Simone Gerwers

Schön, wenn Du mir und dem coaching4changeTalk Podcast weiter treu bleibst und uns weiter empfiehlst. Am Besten, Du meldest Dich gleich zum coaching4changeTalk – Newsletter an, damit Du auch garantiert keine Folge mehr verpasst.

Wenn Du Lust auf noch mehr Mut hast, dann besuche auch gern die Mutausbrüche und lass Dich infizieren.

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Simone Gerwers ist Sparringspartnerin für Führung & Management im Wandel und Inhaberin der coaching4change Akademie. Die Diplomwirtschaftswissenschaftlerin wirbt für mehr Mut in Wirtschaft und Gesellschaft und im Leben. Sie stiftet an Erfolg neu zu denken.
Consultant & Speaker - Blogger - Podcaster
Initiatorin der Mutausbrüche

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