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Ihre Simone Gerwers Expertin für Führung im Change

Ist das so? Oder vielleicht ganz anders? – Das Ziel im Fokus?

25. April 2017 - Aktuelles, Allgemein, Change, DIE Ist das so - Kolumne, Erfolg, Journal, Mut - , , , , , , , ,

Wie fokussiert bist Du?

Fokus zu haben ist wichtig, denn Energie folgt bekanntlich immer unserem Fokus. Im Allgemeinen bin ich sehr fokussiert. Dachte ich zumindest. 🙂  Gestern ist mir dann folgendes passiert. Ich jogge regelmäßig, so auch am gestrigen Tag.  Aus meinen diversen festen Strecken, wähle ich je nach Zeit, Form, Wetter oder auch Laune eine passende aus. Das passiert meist in dem Moment, in dem ich mir meine Laufschuhe anziehe. Wenn ich dann loslaufe, kenne ich nicht nur das Ziel ( einfach: wieder zu Hause ankommen 😉 ), sondern auch den Weg, den ich nehme. So war es auch gestern. Kurz überlegt, die Strecke war klar. Laufschuhe an und los. Meine Laufwerte zeichne ich regelmäßig mit eine App auf. Beim Laufen genieße ich es, dann die Natur um mich herum ganz bewusst wahrzunehmen. Ich kenne inzwischen die Stellen, wo mich fast regelmäßig ein kurzes Motivationstief packt, meine Lieblingsstellen der Route, die mich beflügeln und die, an denen ich zu richtiger Hochform auflaufe. Ich laufe im Fokus auf den Weg. Im Frühjahr gibt es mitten im Wald ein lichtes Fleckchen, an dem Osterglocken stehen. Wer weiß, wer sie mal dort hingepflanzt hat. Sie haben sich gut vermehrt und ich freue mich jedes Jahr sie dort zu sehen.

Ist das fahren im Autopiloten ein Fluch oder Segen?

Gestern klingelte schon nach knappen 200m der Laufstrecke mein Mobiltelefon. Telefonieren während des Laufens kommt für mich nicht in Frage. Doch ich erwartete noch einen wichtigen Anruf, also schaute ich ausnahmsweise auf das Display. Josi, meine Tochter, klingelte an. Warum nicht beim Laufen telefonieren, dachte ich mir. Wenn ich mit einem Laufpartner jogge, reden wir ja auch. Also lief ich – über die Kopfhörer – telefonierend durch den Wald. Ehe ich mich versah war ich plötzlich kurz vor dem Ende meiner Laufstrecke, immer noch telefonierend. Durch meinen Kopf huschten Gedanken: Das waren schon 6 km? Bin ich tatsächlich die volle geplante Strecke gelaufen? Wo bin ich überhaupt langgelaufen? Hatte ich die ganze Strecke genommen? Ich konnte mich nicht erinnern. Kein Wunder, ich war voll und ganz auf das Telefongespräch konzentriert gewesen. Der Lauf lief automatisiert ab, im Autopiloten. Ich konnte nicht glauben, dass ich mich an meine Joggingstrecke gehalten hatte. Wahrscheinlich war ich einen Weg zu früh abgebogen. Alles andere machte gar keinen Sinn. Deshalb lief ich (gefühlt total flexibel) schnell in eine andere Weggabelung zurück in den Wald und drehte noch eine Runde. Schließlich wollte ich ja volle 6km laufen.

Den Fokus verloren, das Ziel erreicht.

Ihr glaubt es nicht! Als ich dann wieder zu Hause angekommen auf meine Laufdaten blickte, war ich verwirrt. Das Ziel war erreicht, doch ich war ganze 7 km gejoggt! Ihr müsst wissen, ich laufe nie 7 km, sondern wahlweise 5 km oder 6 km. Die 6 km sind schon eine Herausforderung für mich. Mit viel Disziplin und regelmäßigem Training hatte ich mich, nach der Krankheit, langsam an mein altes Leistungsniveau herangetastet. Wie konnte es also nur passieren, dass meine Wahrnehmung mich so verlassen hatte? Ich hatte nicht gemerkt, welchen Weg ich eingeschlagen hatte. Mein Fokus war auf eine andere Sache – das Telefonat –  gerichtet und ich bin im Autopiloten durch den Wald gelaufen. Also: Fremdgesteuert das Ziel erreicht, doch den Weg nicht gesehen. Was für ein Verlust! Nichts hatte ich wahrgenommen, nicht das Vogelgezwitscher, nicht das frische Grün der Bäume, nicht den Verlauf der Strecke, den Weg. Unfassbar! Und weil ich es nicht wahrgenommen hatte, gab es dann noch diesen 1 km Zuschlag. 1 km als Zugabe, weil ich glaubte, ich hatte eine Abkürzung genommen. Und es war mir nicht mal schwer gefallen. Schließlich lief ich ja im Bewusstsein, eine viel zu kurze Strecke hinter mich gebracht zu haben. Das Lachen über mich selbst hielt nur kurz an. Dann ärgerte ich mich. Ich ärgerte mich, dass ich diesen Lauf zwar gelaufen war, aber prinzipiell hatte er für mich doch gar nicht stattgefunden. In meinem Bewusstsein, gab es nur noch den letzten zusätzlichen km. So fühlt es sich also an, den Fokus verloren zu haben und sein Ziel dennoch zu erreichen. Ich habe mich gefragt, wie oft passiert es mir, passiert es uns im Leben?! Wir verfolgen ein bekanntes Ziel, kennen den Weg dorthin und kommen an, ohne den Weg im Blick zu haben, ohne das Leben im Moment gelebt zu haben. Das ist wie abgehakt und fertig. Fühlt es sich so an, wenn wir Jahre lang in einem ungeliebten Job unsere Arbeit „abarbeiten“? …, wenn wir den täglichen Weg zur Arbeit nehmen und nicht mehr sehen, dass ein neues Haus am Straßenrand steht, ein neuer Laden aufgemacht hat oder ein Baum in voller Blüte steht? Oder fühlt sich so ein automatisiertes Leben per „Autopilot“ an? So ein Autopilot ist mitunter Klasse. Er ist super, wenn es darum geht, dass ich nicht mehr nachdenken muss, wie ich mein Auto starte, in den nächsten Gang schalte …. , oder einfach nur einen Fuß vor den anderen setze. Meine Überzeugung ist: Ein Leben ohne Fokus auf den Weg ist kein Leben. Ist das so?

Worauf liegt Dein Fokus? –  Ziel versus Weg

Erfolgreich sein, heißt sich Ziele setzen und sich auf sie zu fokussieren. Aber ist das Erfolg? Macht ein solches Leben wirklich glücklich? Kann ich erreichte Ziele nach Größe und Anzahl einfach abhaken, wie Trophäen aufreihen und danach mein Leben bewerten? Mein Haus, meine Yacht, meine Urlaube … . Fazit: glücklich?

Ich habe mich so ziemlich erschrocken, dass ich meinen Lauf so einfach erledigt hatte. Ganz unbewusst, einfach so war ich ins Ziel eingelaufen. Ein Blick auf meine Lauf-App bestätigte mir eine super Laufzeit. Ja und ich konnte im Nachhinein sehen: ich war den Weg gelaufen, den ich nehmen wollte. Alles nach Plan und trotzdem war ich nicht zufrieden. Allein an den Werten konnte ich mich einfach nicht erfreuen. Das wichtigste war mir entgangen, der Weg. Mir fehlten die Momente in der Natur, das Gefühl von Entspannung, aber auch von Anstrengung. Wie läufst Du durch das Leben? Wo liegt Dein Fokus?

Achtsamkeit ist kein Zauberwort, sondern das Leben selbst

Mir ist an diesem Lauf wieder klar geworden, wie wichtig es ist, achtsam durchs Leben zu gehen. Und ich habe mir vorgenommen, beim Joggen gibt es ab sofort keine Telefonate mehr. Ich bin übrigens heute die gleiche Strecke noch einmal gelaufen. Was soll ich sagen, mir kam sie zwar 3x so lang vor und ich kam auch ab und an an meine Grenzen. Doch am Ziel angelangt war ich zufrieden. Ich glaube, ich habe den Waldweg unter meinen Füßen lange nicht mehr so bewusst wahrgenommen, meine Erschöpfung, aber auch Stolz gespürt.  Und überhaupt habe ich so viele Frühlingsboten gesehen, wie ich sie bei dem noch kalten Frühlingswetter gar nicht vermutet hatte. Also nicht vergessen: Eine übermäßige Zielfixierung lässt uns viel verlieren, vielleicht nur kleine Augenblicke und vielleicht das Leben. Ist das so? Oder vielleicht ist es ja doch ganz anders?

Make that Change – Nur Mut, Deine Simone Gerwers

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 #Change #Ziel #Scheitern #Erfolg #Mut #Mutausbruch #Mutkultur 

Ja und wenn Dir dieser Podcast gefällt, dann freue ich mich ganz besonders und ich sage Danke für eine Bewertung und Rezension auf i tunes.

Simone Gerwers ist Sparringspartnerin für Führung & Management im Wandel und Inhaberin der coaching4change Akademie. Die Diplomwirtschaftswissenschaftlerin wirbt für mehr Mut in Wirtschaft und Gesellschaft und im Leben. Sie stiftet an Erfolg neu zu denken.
Consultant & Speaker - Blogger - Podcaster
Initiatorin der Mutausbrüche

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