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Ihre Simone Gerwers Expertin für Führung im Change

Wanted, Fehlerkultur. Mut zum Fehler?

18. Juli 2017 - Aktuelles, Allgemein, Change, Erfolg, Journal, Mut, Scheitern - , , , ,

Fehlerkultur? Wo gibt es denn so etwas?

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Aus Fehlern kann man lernen. Doch Fehler machen ist auch Tabu. Keiner möchte sie also wirklich machen und schon gar nicht öffentlich. Am Fehler scheiden sich die Geister. Der eine vermeidet sie und bewegt sich nur in dem Rahmen, der sicher scheint. Dabei verpasst er möglicherweise das Leben. Ich nenne es Verhinderungskultur. Andere rufen, macht Fehler, nur so könnt ihr lernen und scheitern sich nach oben. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Eine Fehlerkultur ist weit und breit nicht in Sicht. Es bleibt paradox, ohne Fehler gibt es kein Lernen und keine Entwicklung. Doch Fehler hindern uns am Vorwärtskommen. So ist zumindest der Blick einer Leistungsgesellschaft, die alleinig den Fokus auf das Ergebnis richtet, die das Tun an sich nicht honoriert, sondern lediglich den Erfolg am Ende. Das ist fatal, denn damit blenden wir Umwege, neue Möglichkeiten und Kreativität aus. Ein Denken das Fehler Leistung, Erfolg, unsere Träume und Ziele behindern ist einseitig, oder sogar falsch. Ich höre Argumentationen wie, Fehler kosten Geld und schlimmstenfalls sind sie Quelle des Scheiterns von Unternehmen.

Fehler: Segen oder Fluch? Der Ruf nach einer Fehlerkultur.

Soll man Fehler nun verhindern, verbieten, eine Versicherung abschließen oder fröhlich welche machen? Eins ist doch Fakt, grundsätzlich können wir uns Fehlern nicht entziehen. Und dabei meine ich nicht die leichtfertigen, unüberlegten, sondern die, die uns allen irgendwann einfach so passieren. Das die „schnelllebige“ Zeit, der unaufhaltsame Wandel, die neue komplexe Welt uns ständig neue Entscheidungen abringen macht es nicht einfacher. Wer handelt und Leben gestaltet, der macht Fehler. Der Ruf nach einer Fehlerkultur wird lauter.

So manches Unternehmen hat sich dem Thema bereits angenommen und sich eine Fehlerkultur auf die Agenda geschrieben. Irgendwie möchte man „Bravo“ rufen!

Als Beraterin ist mein erster Gedanke „Klasse“. Doch beim genauer Hinschauen fällt mir auf, wir sind kulturell davon sehr weit entfernt.

Warum wir Fehler brauchen und eine Fehlerkultur Mut

Zu einer Fehlerkultur braucht es Mut. Es braucht Mut, den wir in unserer sicherheitsorientierten Welt nicht aufbringen mögen, wenn es um Fehler geht. Ich bin überzeugt davon, wir brauchen ihn den Fehler. Doch erst heute fühlte ich mich wieder wie in einem Land der Angsthasen, fern jeder Fehlerkultur. Warum? Der G20 Gipfel, mit all seinen schrecklichen Randalen ist vorbei und Hamburg räumt auf. Ordnung und Sicherheit werden hergestellt und im Großstadttrubel läuft wieder alles wie immer. Der alltägliche Trott. Das ist auch gut so. Währenddessen tobt in den Medien eine Schlacht mit Schuldvorwürfen und Hetze. Die Politik hat ein Wahlkampfthema gefunden und geizt nicht mit gegenseitigen Schuldvorwürfen. Dem Bürgermeister Hamburgs Olaf Scholz legt man von Seiten der Opposition massiv den Rücktritt nahe. Die Medien fallen über ihn her. Sommerloch? Vielleicht.

Sommerloch oder Wahlkampf. Auf der Suche nach Schuld

Doch im Grunde ist es doch leider Realität in unserem Land geworden. Wenn eine vermeintliche politische Fehlentscheidung getroffen wurde, wenn ein Prominenter öffentlich scheitert, verfehlt, dann rollt eine Lawine an. Wir sind Meister im Schuld zuweisen, im Opfer suchen und demontieren von Menschen, die „wir“ verantwortlich machen. Mal ehrlich, hat dies etwas mit Kultur zu tun? Und wenn, dann ist es eine sehr schlechte. Eine Fehlerkultur ist es jedenfalls nicht, die setzt voraus, das Menschen eine neue Chance bekommen, dass sie lernen dürfen und dabei Verantwortung übernehmen. Was soll das für eine Verantwortung sein zurückzutreten?

Wer die Suppe eingebrockt hat, der soll sie auch auslöffeln

Warum sollte ein Mensch, der in vielen Bereichen verantwortlich handelt, sich engagiert und Werte für die Gemeinschaft schafft aus seinem Amt gehen? Und wenn wir schon in Schuld denken wollen, dann frage ich mich, wieso der „Schuldige“ die Suppe nicht mit auslöffeln soll? Den Spruch kenne ich übrigens noch von meiner Oma. Eigentlich heißt er übersetzt: Trage die Verantwortung. Was senden wir also mit solchen Forderungen des Rücktritts tatsächlich aus? So wie wir gesellschaftlich agieren, so prägt sich kulturelles Verständnis über alle Bereiche des Lebens. In Firmen geht es darum, wer den Fehler gemacht hat und ob und wie wir ihn sanktionieren können. Bestenfalls gibt es ein „Fehlermanagement“. In den Schulen werden Fehler mit schlechten Noten bestraft. Selbst im Privatleben versuchen viele Menschen Fehler zu umgehen und entscheiden sich gegen große Risiken. Die Folgen? Aber nochmal zurück zum Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz. Ob er Schuld am Ausmaß der brutalen Ausschreitungen in der vermeintlich schönsten Stadt trägt, ob „er“ den Gipfel in Hamburg hätte verhindern können und sollen und ob er wissen konnte, wie hoch das Ausmaß der Ausschreitungen sein würde ….

Wir wissen es nicht. Fakt ist, als Bürgermeister trägt er eine hohe politische Mitverantwortung. Hier ist der Unterschied, er trägt Mitverantwortung, nicht Schuld! Ich gebe zu, ich gehöre zu denen, die von Anfang an gegen ein Gipfeltreffen inmitten der Stadt waren. Ich habe die Risikokompetenz als Grundlage dieser Entscheidung angezweifelt. Hamburg wurde, aus meiner Sicht, als bewusste politische Entscheidung Austragungsort dieses Gipfeltreffens und eben nicht durch Abwägung von Faktoren der Sicherheit. Hier mag der Fehler liegen, aber auch dies ist Spekulation. Nachdem nun das dennoch Unvorstellbare eingetreten ist, schauen wir nicht mutig auf die Sache an sich und wir fragen nicht wie es passieren konnte. Es geht zunächst um: Wer ist Schuld?!

Von Schuldigen und Opfern. Fehlerkultur gesucht

Im Handelsblatt vom 11.07.2017 – und dies ist nur ein mediales Beispiel – war heute zu lesen: „Der große Verlierer des Ganzen heißt Olaf Scholz, der trotz hoher fachlicher und menschlicher Qualität nicht länger als SPD Hoffnungsträger gelten kann.“ Kann er also nicht?! Sagt wer? So läuft übrigens Lesermanipulation. Da steht nicht etwa, ich bin der Meinung oder die Redaktion, sondern es wird pauschal abgewertet und ein Opfer stigmatisiert. Traurig für Hamburg, für Olaf Scholz und für unsere Kultur im Umgang mit Fehlern, Verfehlungen und dem Scheitern. Und nun?

Auf Fehler folgen Konsequenzen. Doch die Suche nach Schuldigen bringt uns niemals weiter, denn wir entziehen uns damit der Möglichkeit einer Lernkultur. Dies gilt übrigens nicht nur für die Politik, sondern unsere ganze Gesellschaft, egal ob für Unternehmen, oder uns selbst im privaten Leben. Wie wäre es, wenn wir damit Schluss machen könnten, Menschen zu opfern und Lernen zu negieren?! Verantwortlich bestmögliche Entscheidungen zu treffen, ist die eine Seite und wenn wir verfehlen kann es nur um:

1. Situation aufarbeiten

2. Lernfelder identifizieren

3. Zukunftsausrichtung

gehen. Denn Fehler vertuschen, oder Opfer suchen ist nicht nur falsch, sondern mutlos und destruktiv.

Fehler vertuschen, oder Opfer suchen ist nicht nur falsch, sondern mutlos und destruktiv. Klick um zu Tweeten

Wie geht denn nun eine Fehlerkultur? Eine Fehlerkultur braucht zunächst MUT. Ich freue mich über Eure Impulse zum Thema Fehler und Fehlerkultur. Im nächsten Artikel gibt es dann mehr dazu.

Nur Mut & Make that Change, Deine Simone Gerwers

Mehr Mut und ansteckende Mutausbrüche findest Du hier: Mutausbrüche

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Simone Gerwers ist Sparringspartnerin für Führung & Management im Wandel und Inhaberin der coaching4change Akademie. Die Diplomwirtschaftswissenschaftlerin wirbt für mehr Mut in Wirtschaft und Gesellschaft und im Leben. Sie stiftet an Erfolg neu zu denken.
Consultant & Speaker - Blogger - Podcaster
Initiatorin der Mutausbrüche

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