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Ihre Simone Gerwers Expertin für Führung im Change

c4cTalk 28 – Über Fehler und Fehlerkultur

15. März 2016 - Aktuelles, Allgemein, Change, Erfolg, Führung/ Leadership, Journal, Podcast coaching4changetalk, Scheitern - , , , , , , , ,

Fehler macht doch jeder, klar. Ja, auch Führungskräfte. Helmut Schmidt hat es auf den Punkt gebracht, indem er sagt:

„Wenn man einen Fehler gemacht hat, muss man sich als erstes fragen, ob man ihn nicht sofort zugeben soll. Leider wird einem das als Schwäche angekreidet.“

Helmut Schmidt

Mit Fehlern können die wenigsten Menschen umgehen. In Deutschland tun wir uns mit Verfehlungen, Fehlern, dem Scheitern ganz besonders schwer. Kein Wunder, dass der Ruf nach einer Fehlerkultur in Unternehmen immer größer wird. Doch das Thema wird unterschätzt. Fehlerkultur lässt sich nicht ausrufen, nicht anordnen, nicht per Leitbild deklarieren.  Der Umgang mit Fehlern muss gelebt und vorgelebt werden.

Leider fängt das Dilemma schon in der Schule an. Bis dahin war es meist kein Problem, welche zu machen.

Ich starte deshalb mit diesem Blogpost und dieser Podcastfolge mit ein paar Gedanken zu Fehlern und dem Thema Etablierung einer Fehlerkultur. Hören Sie gern rein:

 

Oder lesen Sie hier weiter:

Aus Fehlern kann man nicht nur lernen, man muss es sogar, wenn man sich einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess verschrieben hat.

Ein Fehlermanagement zu etablieren ist deshalb nützlich. Doch ist es tatsächlich sinnvoll und ausreichend, Fehler zu „managen“? Ein sichtbar machen von Fehlern ist zunächst „willkommen“, insofern das Erkennen einen Weiterentwicklungsprozess zur Steigerung der Wertschöpfung auslöst.

Vorsicht! Genau hier verbirgt sich ein Widerspruch: Unternehmen, die es sich zur Aufgabe machen, Fehler aufzudecken und in ihrer Zielsetzung nur den Optimierungsgedanken, die Perfektionierung von Prozessen und Produkten haben, erreichen statt angestrebter Fehlervermeidung genau das Gegenteil, nämlich noch mehr Fehler. Was passiert? Bei genauem hinschauen sind Fehler dort nach wie vor Tabu und werden oft als Scheitern und Versagen negativ bewertet. Hier passiert lediglich Fehleraufdeckung mit dem Ziel der Fehlervermeidung.

Es ist kein Geheimnis, die Natur des Menschen ist grundsätzlich von einem starken Sicherheitsstreben geprägt. Dieses Streben ist zunächst ein gesunder Schutzmechanismus und ein Grundbedürfnis. Es lohnt sich allerdings, sich bewusst zu sein, dass dauernde Sicherheit Stillstand bedeutet. Henry Ford sagte dazu: „Wenn Sie tun, was sie schon immer getan haben, werden Sie bekommen, was schon immer bekommen haben.“  Wie wahr, jeder Weiterentwicklungsprozess schließt Veränderungen unweigerlich ein. Wir müssen wagen, uns auf das „Unabwägbare“ einzulassen und unsere Sicherheitszone immer wieder neu verlassen. Zur Akzeptanz von Unsicherheit gehört auch eine neue Definition von Strategie. Hier liegen die Chancen für echte Verbesserungsprozesse, für Innovation und Wertschöpfung verborgen.

In der von mir entwickelten „Lizenz zum Scheitern“ in 7 Faktoren (Beratungs- + Trainingsprogramm) habe ich meine Erfahrungen als Beraterin in Changeprozessen zu Fehlerkultur und dem Umgang mit dem Scheitern einfließen lassen. Ich rege darin eine Reflexion für ein kluges Scheitern und eine förderliche Fehlerkultur an. Ganz nach dem Credo: „Scheitern Sie sich nach oben, denn Erfolg geht anders.“

Faktor 1 Sicherheitsdenken und Perfektionsdenken überprüfen und Risiken bewusst kalkulieren. Irren, verfehlen, scheitern gehören zum Leben, genau wie Erfolg. Das Leben ist nicht perfekt, aber wir können es gestalten, genauso, wie unternehmerisches Gelingen.

Fehler zu machen und sie offen zu kommunizieren ist für Führungskräfte und Mitarbeiter dennoch gleichsam alles andere als einfach. Fehler sind unbequem, denn sie machen uns verletzlich und lösen Scham aus. Wer will das schon? Und noch mehr, wer gibt schon gern zu, dass es in ihm Angst auslöst, sich verletzlich, nackt zu zeigen? Gehört so viel Persönliches in ein Unternehmen? Insofern ist es kein Wunder, dass Fehler gern unter den Teppich gekehrt werden, Schuldige und Opfer gesucht werden. Wir Menschen sind gut darin, Vermeidungsstrategien zu etablieren, um uns zu schützen. Perfektion ist eine davon. In einem Beratungsprozess sagte mir eine Führungskraft der mittleren Managementebene , die ich auf die übermäßig auf Perfektion und Fehlervermeidung ausgerichtete Kultur ansprach: „Ganz ehrlich, ich will keinesfalls vor Mitarbeitern, Managerkollegen oder Kunden mein Gesicht verlieren. Ich möchte meine Außenwirkung selbst bestimmen.“ Eine gefährliche Einstellung, wie ich finde. Willkommen in der Welt der Perfektion, der Selbstoptimierung, der Castingshows, des Machbarkeitswahns und des Scheins. Dieses Statement ist mehr als nur eine Meinung. Wenn ein Fehlermanagement dazu führt, dass alle Anstrengungen darauf gerichtet werden Fehler und Scheitern zu vermeiden, geht die Energie in die falsche Richtung. Unter Druck und Angst ist der Fokus des Handelns auf Perfektion und Fehlervermeidung ausgerichtet. Schade.

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann ist immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

Dietrich Bonhoeffer

Ein klassisches Fehlermanagement kostet in jedem Fall Energie, Zeit, Geld, Aufträge, und vielleicht sogar Kunden. Ohne Frage, je gründlicher, perfektionistischer, desto in- effizienter. Wir sollten den Fokus viel mehr auf Lösungen und Innovation legen. Außerdem ist das Prinzip: „So genau wie nötig- statt so genau wie möglich.“ dienlich.

Was Unternehmen aus meiner Sicht brauchen, ist ganz klar einen Blickrichtungswechsel, eine Fehlerkultur statt einem Fehlermanagement.  Die Basis für eine solche offene Kultur ist in jedem Fall Vertrauen.

Faktor 2 Die Auseinandersetzung mit der grundsätzlichen Akzeptanz von Unsicherheit und Fehlern, sowie einer vertrauensstiftenden Kommunikation sind unverzichtbar.

Wenn Führungskräfte und Mitarbeiter bereit sind, sich zu demaskieren und Schwächen offenzulegen, gelingt es einen unternehmerischen Entwicklungsprozess anzustoßen und nicht nur Prozesse und Produkte weiterzuentwickeln. In solch einem Umfeld fungieren Personal- und Unternehmensentwicklung gleichförmig.

Faktor 3 Die Entwicklung einer Lernkultur anstoßen; Fehler als Chancen und Innovationsstifter betrachten. Wie wäre es, sich dazu eine Lebensregel des Dalai Lama zu eigen zu machen: „Wenn Du verlierst, dann verliere nicht den Lerneffekt.“

Wer kennt sie nicht die berühmten, kreativen Entdeckungen, die eigentlich aus Fehlern entstanden sind.

Faktor 4 Resilienz befördern. Resilienz ist die Fähigkeit der Stehaufmännchen. Die positive Nachricht ist, sie ist erlernbar. Voraussetzung ist eine offene Unternehmenskultur, in der echte Teamarbeit im Einklang mit den Unternehmenswerten gelebt werden. „Immer 1x mehr aufstehen als hinfallen.“

Faktor 5 Mut und Demut. Mut ist keinesfalls, die Abwesenheit von Angst oder gar ein besonders risikoreiches Entscheidungsverhalten. Im Blickpunkt von Mut steht eine Kultur, die neben der Zielerreichung, auch die Prozesse, das Engagement, das Verhalten der Mitarbeiter auf dem Weg würdigt. Bloße Ergebnisfixierung ist dagegen nicht selten ein Motivationskiller. Unternehmen, die mit Kreativität und Innovation erfolgreich sein wollen, brauchen Führungskräfte und Mitarbeiter, die kalkulierbare Risiken eingehen, mutig Veränderung gestalten und Demut gegenüber ihrer eigenen Begrenztheit und der, der Anderen haben.

Faktor 6 Fehlerkultur entwickeln braucht Menschen, die bereit sind, entsprechend ihrer Rolle im Unternehmen Verantwortung zu tragen. Verantwortung heißt dabei nicht „Schuld“ auf sich zu nehmen, sondern eigenverantwortlich ohne Schuldzuweisung und Opferhaltung zu hinterfragen: Was hat dass mit mir zu tun? Was ist mein Anteil? Wie kann ich Lösungen finden und etablieren? Wer kann mich wie unterstützen?

Faktor 7 Begeisterung entfachen und Entdeckerfreude und positive Erfahrungen befördern. Aus der Neurobiologie haben wir längst die Bestätigung bekommen, Angst und Druck sind schlechte Berater. Begeisterung ist der Kern intrinsischer Motivation und die Basis von Kreativität. In Zeiten rasanten Wandels und einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt können Management und Führung keine Sicherheit garantieren. Doch sie können einen Beitrag leisten, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Begeisterung und Lust auf Gestaltung größer sind als die Angst vorm Scheitern.

Es lohnt sich das Thema Fehler und Scheitern von einer andern Blickrichtung zu betrachten. Was  Unternehmen mit einer echten Fehlerkultur gewinnen?

Motivierte Mitarbeiter – Qualitätssteigerung – Erhöhung der Produktivität – Unternehmensattraktivität

Diskutieren Sie mit mir mit und weiter zum Thema Fehler und Fehlerkultur. Ich bin gespannt und freue mich ganz besonders auf Ihren Beitrag.

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Nur Mut, herzlich – Ihre Simone Gerwers

 

 

Simone Gerwers ist Sparringspartnerin für Führung & Management im Wandel und Inhaberin der coaching4change Akademie. Die Diplomwirtschaftswissenschaftlerin wirbt für mehr Mut in Wirtschaft und Gesellschaft und im Leben. Sie stiftet an Erfolg neu zu denken.
Consultant & Speaker - Blogger - Podcaster
Initiatorin der Mutausbrüche

2 Kommentare
  • Sabrina WirtzAntworten

    Guten Tag, wir suchen jemanden der vor unserem Führungskreis im November einen Vortrag zum Thema Fehlerkultur hält, erstmal geht es darum, wie man mit dem Thema im groben umgeht. Und darum wie Sie unser Team überzeugen würden dann das Thema mit Ihnen zu intensivieren, machen Sie so etwas?

    28. August 2019
    • Simone GerwersAntworten

      Hallo Frau Wirtz, Danke. ... leider ist Ihr Kommentar im Spam gelandet und ich habe Ihre Nachricht erst jetzt zur Kenntnis genommen. Schade. Thematisch passt das Thema super, sowohl im Vortrag, als auch Intensivierung. Insofern Sie noch Interesse am Thema haben, dann melden Sie sich gern über gerwers@coaching4change.eu oder das Kontaktformular. Freundliche Grüße, Simone Gerwers

      6. März 2020
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